Endlich Skye, endlich Ruhe! Ach nein, anders: Immer noch Ruhe! Und was wir am Abend gar nicht sehen konnten, war der herrrrrliche Ausblick aus dem Frühstücksraum. Ein Träumchen, denn wir waren direkt an einer Bucht einquartiert. DIe Sonne lachte auf das tiefblaue Meer hinunter, ein paar Schiffchen schaukelten in Ruhe vor sich hin und an einem anderen Eck der Bucht lugten ein paar kleine Fischerhäuschen mit bunten Dächern hervor. Ein herrlicher Tag! Nachdem wir uns diesmal mit „Wasser“porridge zum Frühstück und anderen schottischen Spezialitäten den Bauch vollgeschlagen hatten, machten wir uns auf den Weg! Ab ins Auto und los gings in die Stadt, denn erstmal brauchte ich eine Mütze. KEIN Scherz, denn meine Öhrchen, bzw. meines linkes, machte mal wieder Stunk, daher war dies wohl ein probates Mittelchen, um die zwei Empfindlinge zu schützen.
So hieß es also Mützle auf und ab zu unserem Vehikel. Raus aus Portree ging es auf die A855 und nö, dass ist keine Autobahn. Das war eher eine Straße die direkt im Nirgendwo entlang ging. Also schlängelten wir uns zuerst an Loch Leathan vorbei bis zum Old Man Of Storr. Eine Steinformation, bzw ein Felsen, der wie eine Nadel aus der Kulisse luscherte. Auf einem Parkplatz in der Nähe machten wir halt und stiefelten zumindest ein paar Meter zum Alten Mann, doch irgendwie war das mit dem Mützle dann doch recht warm. Mein Männe jedoch bestand auf den Mützenzwang! Also ließen wir die Touris weitermaschieren, wir aber drehten um, nachdem wir noch einen fantastischen Blick auf das Meer werfen konnten. Der kurze Anstieg lohnte sich wahrlich. Tiefblaues Wasser, tiefgrüner Nadelwald und umrahmt von den Bergen. Nicht zu vergessen, KLARE Luft. 🙂
Auf den Bildern in der Galerie sieht man dann auch, wie der alte Mann aussah. Nämlich wie der Hinkelstein von Obelix. Wir fuhren also wieder auf die A855 undentlang der Küste zum nächsten Aussichtspunkt. Zu den Leath Falls, also den Wasserfällen. Doch die konnte man gar nicht sehen!!! Eine kleine Anhöhe stiegen wir hinauf, rechts von uns ging es jedoch bedrohlich tief hinab. An der Spitze angekommen, lag wieder einmal, das Meer und ein tiefer Abgrund vor uns. Von unserem Aussichtspunkt konnten wir auf die Isle of Rona schauen, die ein gutes Stück entfernt am Horizont aufblitze. Doch wir wollten weiter, denn unser Tagesplan geriet leicht ins Schwanken…aber wer brauch schon Pläne, wenn der nächste Aussichtspunkt schon fast wieder erreicht war?
Schwupp di wupp standen wir an den nächsten Wasserfällen. Und ja, DIESE konnte man sehen 🙂 Die Mealt Falls. Danach gings dann auch schon in das sagenhafte Naturschutzgebiet The Quiraing! Und zum Wandern. Über Stock und Stein, über Felsspalten ohne Brücke (wäre in den Alpen wohl undenkbar). Stefan wollte unbedingt zu einer Stelle, doch die war gar nicht so leicht zu erreichen. Aber wir liefen einfach immer noch ein Stückchen weiter, obwohl wir eigentlich umkehren sollten, denn wir wollten noch an der Spitze der Insel zu einer Burg. Doch Zeit ist ja bekanntlich relativ. Also schlenderten wir noch ein wenig rum, um dann kurz vor dem Ende doch umzudrehen. Leider wurde der Weg eher zu einem Klettersteig, und dafür waren wir eher nicht gerüstet. Aber nicht so schlimm. Wir drehten um, und maschierten zurück zum Parkplatz, wo ich dann auch endlich Kaffee ergattern konnte 😀
Nach der kleinen Stärkung, nasser Stirn (diese verdammt warme Mütze) ging es weiter Richtung Nordspitze von Skye. Auf unserem Plan stand Dunvegan Castle & Gardens. Dort werden bis zum Herbst eigentlich auch Touren mit dem Schiff angeboten, um dann auf Robbenausguckfahrt loszumachen, doch dafür waren wir schon zu spät, also von der Jahreszeit her. Egal, wir suchten mit unseren Adleraugen die umliegenden Inseln ab, doch die Robbies wollten sich nicht zeigen. So stiefelten wir erst durch die Burg, die von aussen wohl nicht den Architekturpreis gewonnen hätte. Innen aber war es ganz nett gemacht. Doch viel spannender war wieder der Garten und die Blumen. Man, ich sollte wirklich Blumenfee werden! Was für tolle Exemplare. Aber schaut selbst, in der Galerie findet Ihr einige der besten Bilder. Außerdem konnten wir auch festhalten, dass es endlich Herbst wird, wie man ihn mag. Bunt! Rote, gelbe, rotgelbe und braune Blätter. Wunderbar, wenn dann dich Sonne vom Himmel lacht und die Landschaft in ein warmes buntes Farbenmeer taucht. Auch wenn man sich kaum sattsehen konnte, hieß es doch, dass wir langsam Abschied nehmen mussten, denn wir wollten noch zum Neist Point Leuchtturm, und das war noch ein Stückchen entfernt und die Uhr lief unaufhaltsam weiter.
Auf uns wartete doch noch der Sonnenuntergang, den wollten wir schließlich nicht verpassen. Also gings flinken Fußes zurück zum Auto (der Garten schloss auch langsam) und dann ging es Richtung Leuchtturm. Doch was war das? An der Tür eines Bed & Breakfast´s standen Leute mit Fernglas. Stefan ging in die Eisen und wir glotzen auch in die Richtung. Aber richtig sehen konnte man nichts. Dank unserer Kamera konnten wir aber so nah ranzoomen, dass sich die faulenzenden Robben nicht mehr verstecken konnte. Robben an einem Popo der Welt gesehen: CHECK!
Nun aber fix weiter. Zum nächsten Popo der Welt. Die Straße war immer noch einspurig und die Dämmerung hatte bereits langsam eingesetzt. Aber wir fanden die richtige Stelle, denn auf dem dazugehörigen Parkplatz tummelten sich einige Menschen. Die meisten liefen den Berg hinunten und um einen anderen Berg herum, um von dort zum Leuchtturm zu kommen. Doch wir hatten anderes im Sinn. Da die Sonne sich dann doch schneller verdrückt, als man es erwartet, blieben wir oben und suchten uns ein geeignetes Plätzchen auf dem Plateau. Ein großer Steinhaufen oder Felsformation bot uns Platz, wir waren Windgeschützt (ein bisschen zumindest), hatten freie Platzwahl und freie Sicht. Optimal! Die Landschaft war in ein rotgoldenes Licht getaucht und so konnten wir die im Meer versinkende Sonne genießen, keiner lief ins Bild. Nur der Wind machte unsere Bemühungen, ein Bild von uns zweien zu machen, etwas schwierig. Fast hätte es Kameraschrott gegeben, doch mit einem Hechtsprung rettete Stefan die Kamera. Als Belohnung gabs nen blauen Fleck am Schienbein. Hauptsache die Kamera bleibt heile :))))
Und nu ist der Tag wieder rum. Mit vielen Eindrücken und Bildern im Gepäck ging es zurück ins Hotel wo wir glücklich und zufrieden einschliefen!
Ein bisschen Ausbeute vom heutigen Tag gefällig? Na dann geht´s bitte hier lang!
Grüssle!
PS: Eine Erkenntnis des Tages war übrigens, dass warmer Porridge mit Milch besser als Wasser!









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