Heute gibt´s mal wieder wenig Text, denn es ist eigentlich keine große Sache. Aber ich habe mich an zwei Samstagen bzw. Sonntagen früüüüh um halb sieben aus dem Bettchen gequält, um mich an den Bund zu wagen.
Sollt man öfter machen, denn, Überraschung, so früh sind die Chinesen/Shanghaier dann doch nicht unterwegs. Als ich jeweils gegen halb 9 dort auftauchte, tauchte vor mir ein leerer Bund auf. Fantastisch. Endlich ein ungestörter Blick auf die Skyline. Die erste Reihe – ganz für mich alleine. Es war fast ein wenig gespenstisch, denn abends wurde, da es noch in der Ferienzeit war, der Bund zum Teil abgesperrt, weil so viele Menschen dort waren. Dabei gab es die zwei Morgen wirklich einiges zu gucken. Unter anderem bin ich den einen Morgen noch zur Waibaidu-Brücke glaufen, die ich ja abends schon zwei mal abgelichtet hatte. Am Tag sah es dann eben doch nur wie eine olle Stahlbrücke aus, aber mit ein bisschen Geschick, konnte ich sie doch ein bisschen in Szene setzen. Hoffe ich zumindest. Dann bin ich noch in ein Eck gelaufen, wo ich noch nicht war. Okay, das ist bei der Größe der Stadt gar nicht so schwer. Aber ich bin einfach mal den Zeichen nachgelaufen, denn die Zipfel der Kirche hatte ich schon öfter gesehen. Klein und fein, nur leider konnte man nicht rein. Weiter bin ich am Rockbund langgelaufen, wo sich Restaurants und Cafés befanden, jedoch zu dieser unchristlichen Zeit noch im Schlafmodus. Mit nassem T-Shirt, wo so oft in den letzten Wochen, machte ich mich an beiden Morgen dann noch Richtung Shanghai Bibliothek. Warum? Ja, da gibt es einen kleinen Bäcker, der deutsche Brötchen macht und ich hatte mein Buch dabei. Also Brötchen kaufen, Kaffee trinken und ne Runde lesen hieß das Motto. Danach bin ich dann meist nach hause und hab den Tag ausklingen lassen.
Einen Sonntag habe ich mich dann noch mit meinem Arbeitskollegen für das Shanghai Stadtplanungsmuseum verabredet. Schön zur Mittagszeit, in der Hoffnung, dass viele mit ihren Kindern nach hause sind, um die kleinen Racker ins Bett zu stecken. Da ich zu Fuss laufen konnte, habe ich das auch gemacht und bin sogar noch über den berühmten Heiratsmarkt gestolpert, Doch irgendwie hatte ich mir das ganz anders vorgestellt…und überhaupt kann ich mir nicht vorstellen, dass sich dort Ehen „arrangieren“ lassen. Denn ausser einem Zettel mit ein paar Daten drauf, gab es dort nicht viel zu sehen. Also es gab viele Zettel, aber keine Bilder…Wie langweilig. Das ist ja eher Blind-Dating als alles andere. Ich kam dann pünktlich am Museum an und wir kauften zwei Karten und schlüpften zwischen die Touris, die mit dem Bus angekarrt wurden, hinein. Mit vielen Bildern wurde die Geschichte Shanghais gezeigt, wie sich aus kleinen Gassen mondäne Einkaufsstraßen wie die Nanjing Lu formten, oder wie sich Pudong aus einfachen Land herausgeputzt hat. Eine Etage widmete sich dem Verkehr in Shanghai. Das U-Bahn-Netz und wieviele Menschen es tagtäglich nutzen, was noch geplant ist….Wieviele Busse es gibt, wieviele Züge von den Pendlern genutzt werden uvw. Auch die Stausituation und allgemeine Situation des Verkehrs wurden aufgegriffen. Eine weitere Etage widmete sich dem Leben in der Stadt. So zum Beispiel die Wohnsituation. Mittlerweile stehen dem Shanghaier im Durchschnitt 12m² Wohnfläche zu…Das klingt nicht nur krank, das ist es vermutlich auch. Davon mal ab, dass 12 m² in chinesisch etwa dem doppelten dt. m² entspricht. Da sieht man mal wieder, wie gut es uns in Deutschland geht.
Viele Bilder habe ich im Museum nicht gemacht, aber ich denke, dass ist ausnahmsweise mal nicht so schlimm. Schließlich war es ein Museum :p
Also gut, auf geht´s zu der kleinen Ausbeute der Tage!
Viel Spass – und nicht wundern – die Skyline ist natürlich sehr oft drauf 🙂









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