Schande über mich – ein Monat Schweigen!!!!
Nun aber fix zu Peking…
Vor ein paar Wochen machte ich mich also auf in den Norden des Landes, um meine Kollegen in Beijing zu besuchen – Peking ist ca. 1200 km von Shanghai entfernt. Das „Bei“ steht übrigens für Norden, „Nan“ für den Süden. Um nach Peking zu kommen bin ich mit dem Schnellzug von Shanghai aus morgens losgefahren. Mit über 300km in der Spitze war der wirklich nicht so langsam. Doch bereits die Fahrt zum Bahnhof war durch ein sehr versmoggtes Shanghai gekennzeichnet.
Das sollte sich den Rest der Fahrt kaum ändern. Rausgucken war eh nicht so richtig drin, da ich am Gang saß und neben mir noch zwei Männer. Ansonsten hat man vor allem 6h lang keine ruhige Minute, weil entweder die Leute rausgerannt sind um am nächsten Bahnhof eine durchzuziehen oder weil se sich ihre Suppen mit Wasser aufgefüllt haben oder weil wieder ne Saftschubse vorbeikam usw usw. Es war eine echt unruhige Fahrt und sehr nervenaufreibend. Kurz vor Peking jedoch ein kleines WUnder – die Sonne stibitze durch die Wolken und, eigentlich untypisch, in Peking selbst war der Smog um einiges geringer als in Shanghai. Puh – nochmal Glück gehabt. Nachdem ich nun am Bahnhof in Peking angekommen bin, musste ich echt dringend aufs Klo…aber wie so oft in den asiatischen Ländern gibts für die Damen nur so komische in den Boden eingelassene Toiletten…NEIN Danke. Also schön weiter rumdrücken und ab in die Ubahn. Die ist nicht viel anders als in Shanghai, von daher ging das auch ganz gut. Die Haltestelle war zum Glück direkt beim Hotel (Kempinski…:P) und so konnte ich einchecken und endlich auf Klo. Dann fix umgezogen und noch schnell in der Niederlassung vorbeigeschaut. Abends waren wir dann auf einer Veranstaltung der AHK und danach bin ich tot müde ins Bett gefallen. Am Freitag war ich dann normal arbeiten und Abends mit den Kollegen noch essen. Aber viel wichtiger war der Samstag und Sonntag. Die beiden Tage hatte ich für´s Sightseeing angedacht. Und Petrus hats wirklich gut mit mir gemeint. Neben Sonnenschein schenkte er mir auch blauen Himmel – also kein bzw. nur wenig Smog!
Mein Plan sah eigentlich vor, direkt auf den Tian´anmen Platz zu gehen, doch da hatte mich schon eine Chinesin abgefangen und mich mit Fragen bombadiert und mich überredet mit ihr Kaffee bzw. Tee trinken zu gehen. Gesagt, getan, zumal sie mich dann direkt zum Eingang zur „Verbotenen Stadt“ geführt hat. Davon mal ab, dass der Tee nicht so günstig war, hat sie mir noch ein paar Brocken Chinesisch beigebracht. Sie selbst ist Englisch-Lehrerin und kommt aus Xi´an – also der Stadt, wo die berühmte Terracotta-Armee zu hause ist. Nun stand ich also vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt und sah vor allem eines – viele Menschen – aber das war keine Überraschung, denn zum einen war Wochenende, zum anderen schönes Wetter. Also auf ins Getümmel und zwischen die Reisegruppen geklemmt. Da diese aber immer brav dem Reiseführer mit Fähnchen folgen und die ausgetrampelten Wege liefen, hatte ich Glück, als ich einen kleinen Schlenker ab des Trampelpfades machte. So habe ich mich durch den östlichen Flügel der verbotenen Stadt geschlagen und bin so in viele kleine einzelne Ausstellungen gegangen, um mir Vasen, verschiedenste Glocken in den verschiedensten Größen anzuschauen, ich habe mir Jade-Gefäße angeschaut und auch eine Menge Waffen aus der Frühzeit. Einiges war auf Englisch und so konnte ich wenigstens einen Teil verstehen. Nachdem ich den Seitenflügel erkundet hatte, musste ich gezwungener Maßen mich unter die Leute mischen, um im Kaiserlichen Garten eine kleine Tour zu machen. Neben vielen großen und alten Bäumen gab es hier noch ein paar Pavillons und eine Art Teehaus. Als ich aus dem Garten raus trat stand ich auf einmal schon am Ausgang. Ups? – Egal, ich hatte aus der Stadt heraus ja bereits den Tempel auf dem Berg gesehen, den es nun zu erkunden galt. Also habe ich die große Straße passiert und bin den Berg hochgekrakselt. In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich ein paar Schlafmützen überholt, musste aber dann oben feststellen, dass ich gepumpt habe wie ein Maikäfer…Egal, das hochstapfen hat sich jedenfalls gelohnt, denn von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick auf die Verbotene Stadt. Der kleine Tempel war aber leider so überfüllt, vor allem das Podest, auf dem er stand, dass ich leichte Panik bekam und schnell runter musste, denn den Berg runterplumpsen wollte ich dann doch nicht. Der gemeine Chinese schert sich nämlich nicht so viel um anderer Wohl, Hauptsache das Selfie kann gemacht werden. Ohne Rücksicht auf Verluste. Nachdem ich die Aussicht ein bisschen genossen und den 360 Grad Blick auf Peking hatte, stiefelte ich am Bergrücken hinunter, denn auf dem Plan standen noch der Drum & Bell-Tower. (Trommel- und Glockenturm).
Durch den großen Garten hindurch, wo wieder ein paar ältere Herrschaften tanzten und Blumen mit mitgebrachtem Wasser bestäubt wurden, landete ich noch in einem kleinen Tempel. Komplett leer und Touristenfrei spähte ich hinein und genoss den Duft der Duftstäbchen. Der kleine Tempel lag am Fluss und die Sonne lachte, was den Besuch eines Tempels doch immer wieder noch ein Stück mehr aufwertet. Weiter ging es dann also Richtung der beiden Türme, aber da ich so lange in der Verbotenen Stadt rumgebummelt habe, waren beide schon geschlossen 😦 Aber auch von außen, waren beide Gebäude recht beeindruckend. Man muss dazu sagen, dass alleine die Glocke im Glockenturm eine Gesamthöhe von 7,02 m und im unteren Bereich einen Durchmesser von 3,4 m hat. Mit 63 Tonnen ist sie zudem kein Leichtgewicht. Es ist eine der frühsten und schwersten Bronzeglocken Chinas und konnte sogar im 5km entfernten Orten gehört werden. Sie wurde unter anderem genutzt, um die Uhrzeit anzu“sagen“. Der Trommelturm wurde um 1272 angefangen zu bauen. Es gab 25 Trommeln, eine Haupttrommel und 24 weitere. Mittlerweile gibt es nur noch eine Trommel….Da man also nicht reinluschern konnte und es langsam später wurde, machte ich mich auf den Weg zu den sogenannten Hutongs – alte Siedlungen, wie es sie auch in Shanghai gibt, hier heißen diese aber Shikumen. Vorbei an der Partymeile mit Live-Musik, Fluss und ein paar Booten darauf landete ich in einigen ruhigeren Seitenhutongs, bis ich auf die Hauptstraße kam, die voll mit Leuten waren. Neben kleinen Boutiqen gab es vor allem Essen und Handgemachtes. Ähnlich eben wie in Tanzifang.
Abends war ich dann noch mit einer Kollegin in einer Mikrobrauerei mit super Bier! Das Taxi hat mich auch heile wieder an meinem Hotel rausgeschmissen. Was bleibt? Ich war an dem Wochenende wirklich mit schönem Wetter und Bierchen für die geschundenen Füsse und für die trockene Kehle ausgestattet.
Die Bilder der Tages findet Ihr also hier.
Ich werde jetzt versuchen, mich wieder etwas zu sputen, denn es fehlt noch einiges. Als kleine Vorschau:
1. Beijing (Sonntag)
2. Shanghai mit dem Century Park und das Expo-Gelände
3. Hangzhou (Teeplantagen und Tempel)
4. Shanghai: Ein bisschen French Consession
5. Guilin (Li-River, Yangshuo, Reisterassen und Guilin)
6. Bilder vom Flaschenöffner und meiner Erkundungstour durch Luijazui
Aber nun erstmal viel Spaß mit den Bildern.
Beatchen









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