Nachdem wir den Tempel ausgiebig erkundet hatten, sind wir in eine weitere Anlage, wo wir als erstes auf den Shōfuku-ji-Tempel trafen. Vor dem eigentlichen Tempel befand sich erstmal das Sanmon Gate. Davor lag ein kleiner Teich mit einer kleinen Brücke. Der Tempel selbst ist auch wieder buddhistisch und stammt aus dem Jahr 1195 und ist ein Zen-Tempel. Es soll der älteste, noch existierende Zen-Tempel in Japan sein. Hineinschauen konnten wir jedoch nicht, da alle Fenster verrammelt waren. Da es eine recht große Anlage mit mehreren Gebäuden war, fanden wir dann doch noch einen Tempel, in den wir reinluschern konnten. Dort warteten drei Buddha-Statuen. Leider war das Guckloch so klein, dass wir alle drei nicht auf ein Bild bekamen. Aber sei es drum. An einem der Ausgänge bogen wir dann auf eine kleine Straße ab und befanden uns in einem kleinen Areal mit einem recht kleinen Tempel. Es müsste der Jyunshin-ji-Tempel sein, der neben einem kleinen Kieselsteingarten auch ein paar schöne Pflanzen und einen kleinen Steingarten hatte. Nicht zu vergessen, dass auch hier ein riesiger Kirschbaum am Rande der Tempelanlage stand und für ein paar Fotos herhalten musste :). Der nächste hieß Seshin-in Tempel und auch hier fand sich eine kleine Anlage, jedoch waren wir bei den meisten, die Tempeltüren verschlossen. Es kamen noch ein paar weitere kleine Tempel, doch wir wollen Euch damit natürlich nicht langweilen. Also hüpfen wir weiter, wer hätte es gedacht, zu einem etwas größeren Shrine in der Stadt – dem Kushida-Shrine. Er ist, wie man ja auch am Namen langsam erkennt, ein Shinto-Shrine und wurde im Jahr 757 gegründet. Direkt im Eingangstor hing eine übergroße rote Laterne und im Innenhof entdeckte Stefan eine Familie, die sich grade zum Fototermin zusammengestellt hatte. Es fand also eine Shinto-Hochzeit statt und wir konnten das ganze etwas verfolgen. Aber das taten wir erst etwas später, nachdem wir uns erstmal ausgiebig dem zweiten Tor gewidmet hatten, in dem einige Kannon standen. Wie immer sahen die ein wenig gruselig aus. Nachdem Stefan noch von einem älteren Herren zugetextet wurde, konnten wir endlich in den Innenhof. Vor dem Shrine hin eine sehr großer, gezwirbelte Strohgirlande. Direkt dahinter nahm nun auch die Hochzeitsgesellschaft und das Brautpaar platz. Der Priester hat seinen weißen Wuschel (bitte mal Bild dazu anschauen :)) geschwungen und sie werden glücklich bis ans Lebensende leben. Bestimmt! Während der Hochzeitszeromonie hat man aber immer wieder auch gehört, dass die ihrem Ritual nachkamen. Dazu wird eine große Glocke oder eine Art Topf mit Schlegel bewegt. Leider gaben die Glocken hier eher Quietschgeräusche von sich als alles andere. Mich hätte das ja ein wenig gestört – aber man könnte es ja auch als Hochzeitsmusik sich denken 🙂 Auf der Rückseite des Shrines gab es noch viele kleine Shrines und ein Männicken Pis – wer hat den denn hierher entführt?? Im Sommer findet hier ein Festival statt. Dazu werden große Gebilde von vielen Männern durch die Gegend getragen. Die Gebilde sind bestimmt 5 m hoch und sahen alles andere als leicht aus. Aber auch dazu findet Ihr ein Bild in der Galerie. In der Nähe des Shrines gab es dann auch eine ewig lange EInkaufsstraße, jedoch warfen wir nur einen kurzen Blick hinein. Wir sind lieber weiter Richtung ACROS-Gebäude gelaufen. Darüber hatten wir schon gelesen. Es ist ein Haus, das auf einer Seite begehbar ist. In Stufen angebaut befindet sich auf dieser Schrägseite des Hauses sowas wie ein botanischer Garten mit über 3000 Pflanzen. Wir scheuten natürlich nicht den Weg und kämpften uns bis auf das Dach. Dort hatte man einen schönen 360 Grad Blick auf die Stadt und den unter uns liegenden Park, der mit Kirschbäumen viele Einheimische auf die WIese und unter die Bäume lockte. Auf den anderen Seiten konnten wir das Meer, aber auch Berge und die Stadt Fukuoka sehen.Über uns flogen die Flugzeuge hin und her, und das sogar recht tief. Im Hafen lagen Kreuzfahrtschiffe – es war erstaunlich ruhig hier oben, denn viele sind direkt in das Gebäude rein – da gab es jedenfalls irgendwas zu sehen, denn die Leute standen dort in einer ellenlangen Schlange für etwas an. Wir haben uns jedoch entschieden, zum Suikyō Shrine zu laufen. Dies war ein wirklich kleiner Shrine mitten zwischen den Hochhäusern. So viel gab es dort auch nicht zu sehen, also stapften wir weiter, um uns einen Bus Richtung Nishi-Park zu suchen.
In diesem Park gibt es über 1000 Kirschbäume mit verschiedenen Sorten. Dort angekommen, gings erstmal bergauf – und dabei war es doch so warm an dem Tag. Uns stand schon ein wenig der Schweiß auf der Stirn, doch wir schlurften den Weg hinauf und wurden nicht enttäuscht. Unter Kirschbäumen mit Blick aufs Meer fanden wir einen Tisch mit zwei Stühlen, die nur auf uns warteten. Eine kleine Auszeit war also das nächste Ziel. 🙂 Ok, Stefan nahm die Auszeit, ich bin mit der Kamera umhergewandert und habe fleissig noch ein paar Fotos geschossen. Da wir uns anscheinend von der „falschen“ Seite in den Park gemogelt hatten, ging es nun abwärts Richtung Haupteingang. Hier fanden wir eine große Treppe die von Kirschbäumen gesäumt war. Links und rechts fanden sich Wiesen, wo die Japaner picknickten, Musik machten oder einfach quatschten. Bevor wir ganz runter liefen, bogen wir noch zum Terumo Shrine ab. Der war aber so gut am Hauptgebäude besucht, dass wir uns an der Rückseite wieder Richtung Treppe aufmachten. Die sind wir dann auch durch das Gewirr an Menschen runtergelaufen. Am Ende der Treppe gab es dann einige Fressbuden, wo wir uns dann erstmal ein paar Spieße gekauft und runtergeschlungen haben, so gut es ging. Unsere Kauleiste war jedenfall etwas mehr als sonst gefordert – und ein paar Erdbeeren mit Schoko gab es auch nicht. ABER – in Deutschland schmecken die besser!
Die Straße ging von hier aus schnurstracks und immer noch von Kirschbäumen gesäumt, hinunter zum Ohori-Park, von dem aus man dann später Richtung Burg gehen konnte, die den eigentlichen Abschluss des Tages bilden sollte. Da der Park jedoch riesig war, trödelten wir erstmal schön rum. Das Zentrum des Parks ist eigentlich ein See. Und mitten im See lag eine kleine Insel, die über Brücken mit dem „Festland“ verbunden waren. Diesen Weg haben wir gewählt! Neben ein paar Chillkröten im Wasser, die mit uns ein wenig Verstecken spielten, haben wir auch wieder zwei Reiher gesehen. Einer der beiden schien schon ein wenig älter zus ein und auch eine andere Gattung, denn sowohl farblich als auch mit seinem zerzausten Gefieder unterschied er sich doch sichtlich von dem „Grau“-Reiher. Wie schon gesagt haben wir wieder ewig rumgetrödelt und dann mit erschrecken festgestellt, dass wir doch den Sonnenuntergang an der Burg verbringen wollten. Also sind wir losmaschiert, um die Burg zu finden. Irgendwie hatte die nicht so richtig dort gelegen, wo wir sie erwartet hatten, gefunden haben wir sie aber dennoch. Wir mussten nur den Menschenmassen folgen. Bei der Burg angekommen – bzw., das, was davon noch übrig war, denn es war nur noch die Grundmauer vorhanden, haben wir uns ein Plätzchen unter den Bäumen gesucht. Wir wussten eigentlich gar nicht, dass heute Hanami – also das Kirschblütenfest stattfindet. Nachdem wir uns ein Bierchen unter den Bäumen gegönnt haben, sind wir hoch zur Burg und dort war es voll. Mittlerweile war es dunkel und wir konnten sehen, dass der ganze Park beleuchtet war. An einigen Punkten wechselte das Licht die Farbe und tauschte die Bäume in intensives Rot, Lila, Blau und vieles mehr. Was ein Spektakel. Wir sind dann auch noch auf die Burg gelaufen, inklusive langsamen Schieben. Von hier oben hatte man einen fantastischen Blick auf die beleuchteten Bäume, den Fukuoka Tower und die Stadt an sich natürlich. Da wir aber unsere Akkus schon verschossen hatten, genossen wir einfach so die Aussicht. Wieder unten angekommen, haben wir uns nochmal eine Bank gekrallt und die vielen Gruppen an Menschen beobachtet. Spät sind wir dann mit der U-Bahn Richtung Hotel und glücklich und zufrieden ins Bettchen geplumpst.
Vorher mussten wir natürlich noch Taschen packen, denn Stefan musste ja schon früh los, damit er nach Tokio fliegen konnte, um von dort wieder Richtung Deutschland zu fliegen. So wie sein Flieger in Tokio Verspätung hatte, hatte auch mein Flug 3 h Verspätung. Aber wir sind alle beide heile wieder in Stuttgart und Shanghai angekommen.
Alles in allem war es ein sehr schöner Urlaub. Japan ist einfach toll. Das es nun dort wieder unter der Erde rumort macht uns schon ein wenig traurig, zumal wir ja auch in Kumamoto waren. Was wir aber sagen können: Die Menschen sind unglaublich nett und freuen sich immer, wenn sie Deutsche treffen. Mit teilweise gebrochenem Englisch wurde Konversation über Autos, Kinder die in Deutschland studieren, Wegbeschreibungen und vieles vieles mehr betrieben. Ein freundliches, nettes und wohlerzogenes Völkchen. Hoffen wir, dass die Erde sich schnell wieder beruhigt und die Menschen wieder ein Stück Normalität in der Region zurückgewinnen.
So, das war´s zu Japan. Bitte verzeiht, dass der letzte Eintrag so lange gedauert hat. Aber nun ist es ja geschafft.
Hier geht es noch zu den Bildern des Tages.
Viel Spaß!
Beate & Stefan









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