So, der Urlaub ist schon wieder eine Woche her und irgendwie hat man das Gefühl, dass es schon wieder eine Ewigkeit ist 😦 Dennoch wollen wir natürlich die letzten zwei Tage aus Japan auch noch niederschreiben. Fangen wir also an mit Dazaifu.
Diesmal sind wir dann auch nicht mit der Bahn, sondern mit dem Bus gefahren. Es kam uns vor wie eine endlose Strecke, zumal wir auf dem Rückweg gemerkt haben, dass die Bahn doppelt so schnell gewesen wäre. Aber sei es drum. Direkt an der Touristeninfo in Dazaifu sind wir dann ausgestiegen und haben dort noch einen Blick reingeworfen und eine Übersichtskarte mitgenommen. Wie so oft wurden wir gleichgefragt, wo wir her seien und wie immer gaben wir brav die Antwort. Ein bloßes „WOW“ 🙂 kam zurück. Mit der Karte bewaffnet machten wir uns also auf den Weg den relativ kleinen Ort zu erkunden. Dazaifu hat nämlich nur knapp 70.000 Einwohner, aber mindestens genauso viele Touris.
Los ging es erstmal in die entgegengesetzte Richtung (wie so oft), weil ich ja was entdeckt hatte. Jedoch war dies gar nicht in der Karte vermerkt, sah aber aus wie ein Tempel. Also haben wir wieder umgedreht und noch in ein paar Souvenir-Läden reingeschaut. Da gab es ein paar hübsche Taschen, die wir dann aber nicht gekauft haben. Aber für Stefan haben wir noch ein kleines Präsent gefunden, was er dann demnächst an den Beschenkten übergeben wird. Weiter ging es die Hauptstraße Richtung Tenmangu-Shrine. Der ist die eigentliche Attraktion, doch wir schlugen uns erstmal durch einen kleinen Garten in Richtung Kōmyōzen-ji Temple. Das ist ein ZEN-Tempel und wir haben uns wirklich auf den japanischen Garten inkl. den berühmten „gekämmten“ Steingärten gefreut. Der Komyozen-ji ist dafür eigentlich bekannt. Doch leider war es nicht annährend so überwältigend, wie es überall gelesen war. Stefan war völlig enttäuscht, mir hats aber noch halbwegs gefallen 🙂
Der Tempel wurde 1273 gegründet und ist also wie die meisten Tempel schon etwas betagter. Im vorderen Teil soll mit einigen Felsbrocken in der Kiselsteinfläche das japanische Schriftzeichen für Licht angedeutet werden. Wir habens leider nicht gesehen..:( Durch den Tempel hindurch konnte man auch in den hinten liegenden Garten schauen. Die Anordnung der Gras- und Kieselsteinflächen soll den EIndruck vermitteln, dass es sich um eine Landmasse handelt, die vom Meer umspielt wird. Nungut, das mag so sein – wir haben sogar selber ein bisschen gerätselt, eine Lösung haben wir aber nicht gefunden. Vermutlich ist es der eigenen Phantasie überlassen, was genau wie warum verläuft. Jedenfalls zählt der Garten zu den schönsten Westjapans. Davon mal ab, dass wir in unseren zwei Reisen nicht wirklich viele Zen-Gärten gesehen haben, von daher war es schon interessant, einen doch recht großen zu sehen.
Auf dem Weg zum Tenman-gu-Shrine haben wir dann noch einige traditionell gekleidete Damen gesehen. Etwas schräg sieht das dann aber aus, wenn die mit Selfie-Sticks bewaffnet durch die Gegend laufen. Eine Besonderheit des Tenman-Gu sind die sogenannten Kusunoki. Das sind die großen Bäume, die immer wieder auch auf den Bildern auftauchen. Einer dieser Bäume ist bereits über 1000 Jahre alt. Der Schrein, bzw. die Haupthalle (Honden) wurde bereits ein erstes mal 905 erbaut. Seit 1590 steht der aktuelle Tempel, in dem heute eine „Weihung“ stattfand. Daher konnten wir auch ein schönes Bild eines Priesters machen. Im übrigen, die vielen Mädchen, die in den Shinto-Schreinen sind, heißen „Miko“. Der Schrein war an diesem Tag jedoch recht voll, und so recht wollte Stefan nicht rumschlendern. Also hab ich meine Bildchen (hoffentlich ein bisschen schneller als sonst) geschossen. Was jedoch auffiel, waren die vielen kleinen Täfelchen – und ich hab jetzt auch endlich den Namen rausbekommen :). Sie heißen Ema und sind in der Regel auf einer Seite bedruckt. Das Motiv ist an die Umgebung oder den Schrein gebunden. Es hingen Unmengen dieser Tafeln an der Rückseite des Schreins und ein paar Bilder musste ich auf jedenfall davon schießen. Wenn Ihr später die Bilder durchblättert, werden Euch auch die Brücken im Garten auffallen. Es sind insgesamt 3, wobei jede für eine „Zeit“ steht. Für die Vergangenheit, für das Heute (flache Brücke) und für die Zukunft. Von der flachen Brücke haben wir aber glaube ich kein Bild gemacht. Daher müßt Ihr Euch wohl mit der Vergangenheit und Zukunft begnügen.
Weiter ging es dann Richtung, ja wohin eigentlich? Im Wald fanden wir dann einen weiteren Schrein, dessen Name jedoch nicht auffind- oder herausfindbar ist. Jedenfalls fanden wir bei genauerer Untersuchung einen kleinen Schrein in einem Felsen. Dieser war ausgehöhlt und man konnte über ein paar Stufen hineingehen. Es war dunkel und feucht und nicht sonderlich mauschelig, jedoch hatten wir sowas auch noch nicht gesehen. Als wir den Berg auf der Rückseite dann wieder Richtung Zentrum hinab liefen, fanden wir noch ein paar Kirschbäumchen, die natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen. Mit flinken Füßen ging es wieder Richtung Tenman-gu-Schrein, um von dort wieder auf die Hauptstraße zu gelangen, wo uns noch zwei Maikos in die Arme liefen. Also jüngere Geishas. Anscheinend scheint dies auch für Japaner noch eine echte Attraktion zu sein, denn die beiden blieben geduldig stehen und ließen sich mit anderen Touris fotografieren. Stefan hat auch noch in den ganzen Souvenirläden „sein“ Mitbringsel gefunden. Eine kleine Steinfigur, wie sie oft in den Schreinen zu finden ist. Und: In Japan gefertigt. Witzig, da wurden die wirklich nicht müde, das immer wieder zu erwähnen. Für mich haben wir auch noch was gefunden, zwar keine Tasse, wie sonst immer, aber für meinen Schlüssel haben wir eine kleine Geisha gekauft 🙂
Nachdem wir das also auch erledigt hatten, wollten wir uns noch zwei Schreine, die etwas weiter entfernt vom Zentrum lagen, anscheinen. Flux sind wir am ersten natürlich erstmal vorbeigelaufen, also zogen wir das Pferd diesmal von hinten auf. Wir gingen als erstes zum Kaidan-in. Hier hatte sich auch jemand bemüht, die Kieselsteine schön in Form zu bringen. Der Buddha, der in der Halle stand, war jetzt nicht so schön, daher gibts davon kein Bild in der Galerie. Ich vermute fast, dass der nicht mehr poliert wurde seid 500 Jahren und daher eher schwarz war, als golden. Vielleicht wars aber auch ein schwarzer Buddha, soll ja vorkommen 🙂
Nachtrag: während des Schreibens habe ich die passende Info dazu gefunden – die Figur stammt aus der Heian-Zeit und diese war von 794-1184.) Bilder dazu wurden aufgenommen in der Galerie.
Weiter ging es dann zum Kanzeon-ji-Tempel. Bereits im 7. Jhd erbaut, bestehen heute nur noch weniger Teile. Zum einen die Lehrhalle, die heute als Haupthalle fungiert und ebenfalls eine sehr alte Statue beheimatet, und eine Glocke aus der Nara-Zeit (710-794). Die Kaidan-in gehört als Ordinationshalle noch mit zum Kanzeon-ji und wurde 15 Jahre nach der Gründung des Kanzeon-ji erbaut. Die beiden Skulpturen/Figuren scheinen wirklich etwas älter zu sein, denn angrenzend an die Tempelanlage gibt es eine Schatzhalle, also ein Museum, in der die restaurierten Figuren ausgestellt werden. Die hatte jedoch schon geschlossen, als wir da waren. Den Glockenturm mit der alten Glocken haben wir uns aber noch kurz angeschaut und auch eine Figur aus Stein gefunden, bei der man entweder den Kopf vergessen oder beseitigt hatte. Jedenfalls thronte auf den Schultern ein kleiner Stein, der als Kopf hinhalten musste :). Zum Schluss des Tages gingen wir noch in einen Park mit Kirschbäumen, wo die Leute Musik machen, sich sportlich betätigten oder einfach unter den Kirschbäumen ihr Picknick machten. Wir suchten aber dann auch den Weg zum Zug. Und wie es der Zufall manchmal so will, standen wir, während Stefan nach Wlan suchte, vor einem kleinen Restaurant mit Yaki-tori-Spießen. Zweimal kurz hin und her überlegt und schon saßen wir an der Bar und haben uns neben den Edamame schön auch noch Gyoza und eine Auswahl an Yaki-Toris gegönnt. Mit einem kleinen Gulasch, den wir zwar nicht bestellt hatten, konnten wir noch etwas probieren, was uns völlig neu war. Augen zu und durch war das Motto und es war wirklich schmackofatzo. Gut das wir nicht fragen konnten, was drin war. Denn selbst gebrochenes Englisch war hier nicht vorhanden…:)
Nachdem wir gezahlt hatten, machten wir uns also auf zum Zug. In Fukuoka am Bahnhof wurde derweilen eine kleine Lichtershow gestartet. Die Installation soll wohl für die beginnende Kirschblüte stehen – zumindest wirkte es so auf uns. Und nachdem wir noch bisschen mit der Kamera rumgefuchtelt hatten, gingen wir ins Hotel. So war unser vorletzter Tag doch recht ergiebig und wenn auch mit einigen Enttäuschungen gestartet, wurde es doch noch ein ganz hübscher Tag mit gutem Essen, was auch Stefan wieder etwas besänftigt hat 🙂
Und hier die Bilder des Tages.
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen von Fukuoka – das wir bis dahin selbst noch gar nicht auf unserer Erkundungskarte hatten. Was wir erlebt haben, könnt Ihr in den kommenden Tagen lesen.









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